Willkommen zu diesem Seminar. Bevor wir über Symptome, Körperreaktionen oder Gedanken sprechen, ist eines ganz wichtig: Prüfungsangst ist kein persönlicher Makel. Sie sagt nichts über Intelligenz, Fleiß oder Eignung aus. Sie sagt nur eines – dass eine Situation als bedeutsam erlebt wird.
Viele Menschen glauben immer noch, dass Prüfungsangst bedeutet, man sei schlecht vorbereitet oder nicht belastbar genug. Genau dieser Gedanke verstärkt den Druck zusätzlich. In Wahrheit erleben Prüfungsangst besonders häufig Menschen, die sich Mühe geben, Verantwortung übernehmen und etwas erreichen wollen.
Vielleicht kennst du Sätze wie:
- „Ich weiß das alles – aber in der Prüfung ist es weg.“
- „Andere sind viel ruhiger als ich.“
- „Mit mir stimmt irgendwas nicht.“
Dieses Seminar startet bewusst damit, diesen inneren Druck herauszunehmen. Denn solange Prüfungsangst als Schwäche gesehen wird, wird sie größer. Sobald wir sie als normale Stressreaktion verstehen, wird sie handhabbar.
Nimm dir einen Moment Zeit und spüre kurz in dich hinein: Was passiert in deinem Körper, wenn du an eine bevorstehende oder vergangene Prüfung denkst? Vielleicht ist es ein Ziehen im Bauch, ein schnellerer Puls oder einfach innere Unruhe. All das ist erlaubt. Du musst hier nichts wegmachen oder verändern.
„Was ist das erste körperliche oder gedankliche Signal, das bei dir auftaucht, wenn du an eine Prüfung denkst?“
Diese Frage dient nicht zur Bewertung, sondern zur Normalisierung. Fast alle Antworten ähneln sich – und genau das zeigt: Prüfungsangst ist kein Einzelfall.
Zum Abschluss dieses Einstiegs eine zentrale Botschaft, die uns durch das gesamte Seminar begleitet:
Prüfungsangst bedeutet nicht, dass du ungeeignet bist – sie bedeutet, dass dir etwas wichtig ist.
Mit diesem Verständnis gehen wir nun einen Schritt weiter und schauen uns an, was Prüfungsangst eigentlich ist und warum sie überhaupt entsteht.